Zur Musik
Hier muss man unterscheiden zwischen den Stücken für die größeren Kinder und Jugendlichen auf der einen Seite und den Nachwuchsstücken für die Kleineren auf der anderen, diese sind etwas volkstümlicher und nicht so vielschichtig gestaltet wie die der Großen; die Lieder sind nicht so schwierig und können auch einstimmig gesungen werden.
Alle Kindermusicals haben natürlich gewisse Gemeinsamkeiten, weil sie ja alle aus der selben Feder stammen, trotzdem hat aber jedes einzelne seine ganz besondere Note, vor allem im Hinblick auf die Musik.
Bei den "größeren" Stücken ist die Musik meistens eine Kombination aus moderner und klassischer Musik, wobei jedes Mal eine andere Stilrichtung verarbeitet wird.
Einige Beispiele:
"Strubbeltatz" (1985) ist eine Katzengeschichte, bei der die Prinzessin einen einfachen Straßenkater liebt und somit die klassischen Probleme bei der Gegenüberstellung von höfischer Gesellschaft und dem einfachen Volk entstehen. Dabei ist die Musik eine Kombination aus Barock- und Rockmusik, also gewissermaßen Ba-Rockmusik.
Die Königsfamilie wird von der barocken und das Volk von der modernen Musik repräsentiert, und wenn diese aufeinandertreffen, ergibt sich eine interessante Mischung, bei der die Kinder mit Hilfe von E-Gitarre und Schlagzeug auch Cembalo und Schalmei kennenlernen können.
In ähnlicher Weise handelt es sich bei "Motz und Arti" (1991) um eine Mischung aus moderner und klassischer Musik, hier natürlich insbesondere der von Mozart.
Sogar an das schwierige Thema "Neue Musik" hat Wolfgang König sich herangewagt und sowohl Zwölftontechnik als auch avantgardistische Musik verarbeitet.
"Der kleine Mombotz" (1989) ist ein Märchen mit guten und bösen Geistern, bei dem die guten, wie z.B. Feen oder Elfen von romantischer Musik mit viel Pentatonik und die bösen, wie Hexen oder Drachen von avantgardistischer Musik mit vielen verzerrten Klängen und Geräuschen dargestellt werden.
Beim "Ngomabär" (1993) geht es um das Verhältnis von Mensch und Natur.
Diesmal stehen sich naturverbundene afrikanische Rhythmen und eine eher sterile Zwölftonmusik gegenüber. Dabei ist die Tonalität aber nicht völlig aufgehoben, sondern es gibt lediglich eine bestimmte Zwölftonreihe, die einigen Liedern zugrunde liegt.
Bei der Musik für die kleineren Kinder handelt es sich um einen altersgerechten Kinderstil, der allerdings auch jedesmal mit Bass und Schlagzeug etwas "poppig" aufgemacht ist.