Entstehungsgeschichte

Zur Entstehungsgeschichte der Kindermusicals



Als Veronika te Reh 1979 an der Musikschule ein erstes kleines Theaterstück aufführen wollte, hatte sie noch keinen eigenen Chor. In Zusammenarbeit mit einem Kollegen studierte sie mit etwa 25 Kindern zwei "Grips"-Theaterstücke ein, bei denen ein paar Kinder auf der Bühne spielten und der Chor des Kollegen am Rand saß und mit einigen Liedern das Geschehen kommentierte.

Als dieser kleine Chor auseinanderzubrechen drohte, hat sie ihn übernommen und wollte mit diesen Kindern 1979 "Polliccino" von Henze einstudieren. Als sie ihrem Kollegen Wolfgang König von dieser Idee erzählte, war er begeistert und wollte gerne einsteigen, da ihm persönlich das Stück sehr gut gefiel. Die Anforderungen waren allerdings schon etwas größer, und deshalb dauerte die Probenzeit beinahe zwei Jahre, da die Verhältnisse damals noch relativ improvisiert waren und es noch keine technischen Möglichkeiten wie Saalverstärkung gab.

Als erste größeren Produktion wurde 1983 das Singspiel "Hänsel und Gretel" von Humperdink in einer von Wolfgang König bearbeiteten Fassung aufgeführt. Eine Freundin von Veronika te Reh, die auch zwei Kinder im Chor hatte, hat damals mit drei oder vier anderen Chormüttern das Bühnenbild gemalt und die relativ einfachen Kostüme genäht, und damit war quasi der Grundstein für die heutige "Montagswerkstatt" gelegt, eine feste Gruppe von ca. 30 Müttern und einigen wenigen Vätern, die sich seit dem ersten eigenen Musical "Strubbeltatz" jeden Montagabend treffen und gemeinsam unter der Leitung von Veronika te Reh an den heute sehr aufwendigen und künstlerisch hochwertigen Kostümen und Bühnenbildern arbeiten.

Als bei "Hänsel und Gretel" schon so viele Kinder im Chor waren, daß nicht jeder eine Rolle bekommen konnte, haben Veronika te Reh und Wolfgang König nach einem Stück gesucht, bei dem viele Kinder auf die Bühne können und nicht die meiste Zeit in der Garderobe sitzen müssen, um auf ihren kurzen Auftritt zu warten. Schließlich wollten die Kinder auch mitbekommen, was auf der Bühne passiert, während sie nicht im Einsatz sind. Aber ein solches Stück hat sich nicht gefunden, und deshalb kam zum ersten Mal die Idee auf, ein eigenes Musical zu schreiben, bei dem der gesamte Chor in das Stück integriert wird und die ganze Zeit über auf der Bühne ist – mal als Kommentarchor oder "Volk", mal als Bühnenbild "Wald" mit Bäumen in den Händen, oder einfach als Publikum für die Solisten, die im Vordergrund singen und spielen.

Mit dem Wunsch der Kinder, eine Liebesgeschichte zu schreiben, ist 1985 dann der "Strubbeltatz" entstanden, der für Veronika te Reh und Wolfgang König schon ein kleiner Durchbruch zum Erfolg war, denn seitdem wuchs die Zahl der Chorkinder stetig an, und auch verschiedene Rundfunkanstalten begannen, sich für die Arbeit der beiden Musicalautoren zu interessieren.

Von 1990 bis 1998 wurden alle zwei Jahre beim Südwestrundfunk in Baden-Baden als Weihnachtsmärchen eine Fernsehaufzeichnung von dem jeweils aktuellen Musical produziert; einige der Stücke wurden bereits in Kenia, Nairobi, Paraguay und Chile aufgeführt, und das österreichische Kultusministerium in Wien hat "Motz und Arti" offiziell in den Lehrplan für Grundschulen aufgenommen.




Zurück zur Autorenseite