Allgemeines zur Arbeit von V. te Reh und W. König
Das Konzept der beiden Autoren besteht darin, dass bei ihren Musicals immer
möglichst viele mitmachen können. Es gibt jedesmal große
Massenauftritte mit vereinzelten Solorollen; bei den Nachwuchsstücken sind
es etwa 200 und bei den größeren ca. 120 Kinder. Dazu gehört
auch, dass die beiden ihre Stücke nicht einfach für die Nachwelt
schreiben, sondern immer konkret für die jeweiligen Kinder. In den
Chorstunden wird dann beratschlagt, was sie sich als nächstes
wünschen; ob es vielleicht eine Liebesgeschichte sein soll, oder eher etwas
Spannendes, oder lieber ein traurig-schönes Märchen.
Am liebsten haben die Kinder immer viel Abwechslung. Deshalb kam nach der
Liebesgeschichte "Strubbeltatz" zunächst mit dem "Kleinen Mombotz" ein
spannendes Märchen, und nach dem steifen Mozartstück wünschten
sich die Kinder wieder eins mit viel Bewegung und Tänzen – daraufhin ist
der "Ngomabär" entstanden. Und nach diesem oft etwas melancholischen
Naturstück kam dann "Game Over", ein Musical mit viel "Action" und einem
bombastischen Finale mit Lasershow und lauter Techno-Musik.
Dieses Stück kommt im Allgemeinen allerdings eher bei den Jüngeren gut
an; die ältere Generation, die noch nicht im Computerzeitalter aufgewachsen
ist, kann damit nicht soviel anfangen. Selbst Veronika te Reh hatte am Anfang
einige Mühe, sich mit dem für sie damals noch ungewohnten Thema
"Computer" auseinanderzusetzen, wohingegen Wolfgang König großen
Spaß und viele Inspirationen durch dieses neue Medium bekam.
Nach mehr als 20 Jahren Erfahrung im Bereich Musiktheater mit Kindern ist es
nicht verwunderlich, wenn die Stücke immer anspruchsvoller werden, denn
auch die Chöre werden durch regelmäßige Stimmbildung immer
besser. Was aber ganz entscheidend zur Qualität der Arbeit beigetragen
hat, ist die Mitverfolgung durch die Medien, die für eine Rundfunk- oder
Fernsehproduktion einfach ein hohes Niveau erwarten.
Der damalige Südwestfunk hat sich zum ersten Mal bei "Strubbeltatz"
für eine Fernsehaufzeichnung interessiert, allerdings hat hier noch ein
anderer Kinderchor das Stück aufgeführt. Als beim "Kleinen Mombotz"
die Musikschüler aus Beckum nach Baden-Baden eingeladen wurden, hat der SWF
die Bedingung gestellt, dass eine Produktion nur dann gemacht wird, wenn ein
professionelles Bühnenbild hergestellt und einige Veränderungen an den
selbstgenähten Kostümen durchgeführt werden.
Es wurden dann aus fünf Live-Aufführungen im Fernsehstudio die besten
Szenen zusammengeschnitten, und da im Zweifelsfalle immer zugunsten des Bildes
und nicht des Tones entschieden wird, wurde es für das nächste Mal
notwendig, eine Playback-CD zu produzieren, damit wenigstens die Musik in jeder
Studioaufführung in Ordnung war; und so hat es sich dann ergeben, dass von
jedem Musical sehr gute Audio- und Videoaufnahmen gemacht wurden.
Auch die Bühnenbilder entwirft seitdem meistens die Mitarbeiterin des SWF,
zu der inzwischen ein sehr guter Kontakt besteht, auch wenn das Musical nicht im
Fernsehen aufgezeichnet wird.
Die Chormütter der "Montagswerkstatt" haben von ihr viele Ideen und Tips
bekommen, und auch in der Maske des SWF haben sie viel über das Schminken
und Kostümieren gelernt, so dass man schon lange nicht mehr von "helfenden
Muttis" sprechen kann, sondern von einer professionell arbeitenden Organisation,
die sich auf einem hohen künstlerischen Niveau bewegt.