Freundschaft mit Afrika
"Mtoto Boga" (1996) war das erste Musical, das zusammen mit schwarzen und
weißen Kindern einstudiert und aufgeführt wurde.
Grundlage für diese Zusammenarbeit ist eine Freundschaft, die bereits seit
dreizehn Jahren zwischen der Musikschule Beckum-Warendorf und dem
Bagamoyo College of Art in
Tansania
besteht. Regelmäßig kommen Tänzer, Sänger und Schauspieler
sowie Bühnen- und Maskenbildner aus Bagamoyo nach Beckum und umgekehrt, um
in gemeinsamen Workshops an Projekten zu arbeiten, die für beide Kulturen
einen gegenseitigen Austausch und damit eine große Bereicherung
darstellen.
"Mtoto Boga" wurde zunächst in Bagamoyo mit schwarzen Kindern und in Beckum
mit weißen Kindern aufgeführt, wobei Veronika te Reh für die
Einstudierung nach Tansania und der Leiter des dortigen Kinderchores nach
Deutschland gereist ist. Um den Traum zu erfüllen, eine gemeinsame
Aufführung mit schwarzen und weißen Kindern auf die Beine zu stellen,
wurde zunächst die Zahl der deutschen Mitwirkenden auf 30 reduziert, damit
ein einigermaßen ausgeglichendes Verhältnis von Schwarzen und
Weißen gegeben war. Anschließend wurde das Libretto umgeschrieben;
d.h. jeder muß in seiner Sprache sprechen können, und zwar so,
daß das Textverständnis auf beiden Seiten erhalten bleibt. Auch die
Liedtexte sind eine Mischung aus Deutsch und Kiswahili, damit jeder alles
verstehen kann. Höhepunkt des Projektes war dann schließlich, als es
möglich gemacht wurde, insgesamt 12 Kinder im Alter von 12-18 Jahren aus
Tanzania für zwei Wochen nach Deutschland einzuladen; das war für alle
Beteiligten ein großes Erlebnis. Das gemeinsame Tanzen und Spielen hat die
anfänglichen Kontaktschwierigkeiten – natürlich auch bedingt durch die
Verständigungsprobleme – nach und nach in Nichts aufgelöst, und am
Ende waren alle sehr traurig, daß die afrikanischen Kinder wieder nach
Hause fliegen mußten.
Die deutschen Kinder aber haben von der Mentalität der Schwarzen und ihrer
lockeren, fröhlichen Art zu tanzen sehr viel mitgenommen, und dadurch
wurden auch die folgenden Musicals auf ganz besondere Weise bereichert. Seitdem
kommt für viele Projekte ein Tanzlehrer aus Tansania nach Beckum und
studiert mit den Kindern eine passende Choreographie ein.
Ein weiterer Höhepunkt dieser Freundschaft mit Afrika war die
Aufführung von "Magic Drum" (2001), bei dem mit den Balinesischen Musikern
sogar noch eine dritte Kultur hinzukam, die in diese internationale Geschichte
miteingearbeitet wurde und die Zusammenarbeit auf wiederum ganz eigene Weise
bereichert hat. Im Jahre 2004 kam es dann schließlich zu einem gemeinsamen Projekt mit Kindern und Jugendlichen aus Indien, die mit der Uraufführung des Musicals "The Sound of the Pearl" ihren Höhepunkt fand.
Im Mai 2002 ist eine CD unter dem Titel "Freundschaft
mit Afrika" erschienen, die neue und bekannte Stücke von W. König und
V. te Reh zum Thema Afrika enthält. Weiterhin ist im Mai 2005 eine CD in Zusammenarbeit mit dem Jugendchor Cross Over und der RISA-Group aus Tansania entstanden, die eine Mischung aus traditionellen tansanischen Volksliedern, sowie Bearbeitungen und Neuschöpfungen von Wolfgang König beinhaltet (Urafiki na Ujerumani).